MOLI 1600 R3 – „Das“ Dauerlicht für Unterwasserfotografen?

692090Auf der Messe „Boot“ in Düsseldorf wurde im Jänner 2015 eine neues Autofokus- bzw. Dauerlicht der Öffentlichkeit vorgestellt: Die MOLI 1600 R3 des deutschen Unternehmens Hydronalin. Man könnte sie auch „Tauchlampe“ oder „Videolicht“ nennen. Aber das ist nicht das Entscheidende…

Nachdem ich schon einige Zeit auf der Suche nach einem universellen Autofokus- und Dauerlicht für Unterwasser war und mir die Kompaktheit sowie die Leistungsdaten der kleinen MOLI äußerst interessant erschienen, schaute ich sie mir genauer an. Und sie gefiel mir auf den ersten Blick…

692090_3Nach einem aufschlussreichen Gespräch am Messestand, bekam ich zu Testzwecken eine MOLI 1600 R3 mit…gerade rechtzitig, da ca. 10 Tage nach der Messe, eine von mir als Waterworld Foto-PRO begleitete Tauchreise nach Socorro (Mexiko) startete.

Wichtige Anmerkungen:
Dies soll kein hochwertiger, über alle Zweifel erhabener Testbericht sein, sondern ein kleiner Erfahrungsbericht aus meiner Praxis. Mehr nicht…aber ich finde, dass das oft wesentlich hilfreicher ist als ein „klinischer“ Test mit zuwenig Praxisbezug bzw. von Menschen generiert, die reine Techniker sind. Ideal ist natürlich eine Kombination von beiden Varianten!
Und eines noch: Dieser Bericht erfolgt nicht um dem Hersteller Honig um den Mund zu schmieren…dafür bin ich nämlich nicht zu haben. Entweder passt mir ein Produkt oder es passt mir nicht!

Teil 1 – Socorro (Mexiko)

Die MOLI ist so klein und leicht, dass sie für Reisen heutzutage der ideale Begleiter ist. Und jedes Gramm das beim Gepäck eingespart werden kann ist ein gutes Gramm!

Als Unterwasserfotograf stand auch bei der Reise nach Socorro der fotografische Aspekt bei mir im Vordergrund. Gefilmt haben andere Teilnehmer, ich sollte ausschließlich möglichst hochwertige Fotos „generieren“.
Wobei konnte mir nun die MOLI bei diesen Anforderungen helfen?
Natürlich vor allem als Autofokus-Hilfslicht und Licht bei Nachttauchgängen.

692090_2Die MOLI 1600 R3 erfüllte meine Anforderungen bei der Reise vollends und variantenreich!
Da sie drei Weißlichtmodi und drei Rotlichtmodi hat, ist sie sehr gut auf die jeweiligen „Lichtbedürfnisse“ abzustimmen.
Rotlicht ist ja ganz besonders bei scheuen Lebewesen ein Thema oder in Situationen, in denen möglichst wenig „Störlicht/Restlicht“ vorhanden sein soll bzw. es subjektiv angenehmer ist, dieses einzusetzen.

Konkret möchte ich zwei Situationen hervorheben, bei denen mir die MOLI sehr hilfreich war:

  • Zum einen bei den Tauchgängen bei denen ich die berühmten riesigen Mantarochen von Socorro im gleissenden Gegenlicht ohne Blitzlicht fotografierte…
  • …und zum anderen, beim Nachtschnorcheln und dem obligatorischen Fotografieren der Seidenhaie hinter dem Tauchkreuzfahrtschiff.

Die Bildbeispiele lassen die Situationen besser nachvollziehen:

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Nikon D4|15mm Fisheyeobjektiv|1/250s, f:14, ISO200 – Schwarze Mantarochenunterseite…der Autofokus des Fisheyeobjektivs braucht Referenzstrukturen…die MOLI 1600 R3 im Rotlichtmodus illuminiert diese, ohne dass störendes Licht auf dm Bauch des Mantas sichtbar ist. Natürlich kann man auch auf den Umriss des Mantas fokussieren, für mich war es jedoch mit dem Rotlicht effizienter, da ich mit diesem bei der Bildgestaltung „entspannter“ agieren konnte.

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Nikon D4|15mm Fisheyeobjektiv|1/250s, f:6,3, ISO200|2x Subtronic Pro160 Unterwasserblitze – Seidenhai bei Nacht von oben fotografiert…im Wasser sind Unmengen von kleinen Garnelen (Phytoplankton) die von jeder Lichtquelle schier magnetisch angezogen werden. Der Rotlichtmodus der MOLI 1600 R3 bietet dem Autofokus die Möglichkeit scharf zu stellen und zieht die Garnelen viel weniger an als der Weißlichtmodus. Eine Umschaltmöglichkeit ist dabei Gold wert!

Zusätzlich kann die MOLI 1600 R3 natürlich auch als Lampe für das Nachttauchen oder aber auch als Modellampe für den Tauchpartner dienen. Aber das ist nicht mein Kerneinsatzgebiet für diese Lampe. Eher eine Art von „Umwegrentabilität“… 🙂

 Teil 2 – Poolshootings – Mermaids & Babys

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Meine Equipmentkonfiguration mit der MOLI 1600 R3 am SUBAL ND4S Unterwassergehäuse.

Da ich sehr viele Fotoshootings in Indoorpools habe, lag es natürlich nahe, die MOLI 1600 R3 nicht nur als reines Autofokuslicht (das ich bei diesen Shootings oft wie einen Bissen Brot brauche), sondern testweise auch als Hauptlicht einzusetzen. Das Ziel war zwar eher rein aus persönlichem Interesse, ob bzw. wie gut das möglich ist und weniger mein Vorhaben, zukünftig ausschließlich mit Dauerlicht zu arbeiten. Ich hatte da auch so meine Bedenken… 😉

Eines vielleicht gleich vorab zum Thema Leuchtdauer:
Meine Poolshootings dauern oft mehrere Stunden. Da ist es für mich sehr wichtig, dass auch das Dauerlicht nicht schlapp macht. Und meine Erfahrungen haben gezeigt, dass die MOLI da recht gut mithält. Je nach Leuchtstufe sollte bis zu ca. 7 Stunden Leuchtdauer möglich sein. Und das kommt so ungefähr hin. Gefühlsmäßig…

Bei den einzelnen Lichtsituationen möchte ich auch mehr die Beilspielfotos für sich sprechen lassen:

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Nikon D4|16-35mm Objektiv|1/10s, f:18, ISO400|2x Subtronic Pro160 Unterwasserblitze|MOLI 1600 R3 – Um Bewegungsunschärfen zu erzielen bedarf es auch Umgebungslicht bzw. künstliches Dauerlicht. Bei meinen Versuchen waren die Fotos, bei denen auch die MOLI zum Einsatz kam, im Unschärfebereich interessanter. Meinem Geschmack nach zumindest.

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Nikon D4|16-35mm Objektiv|1/80s, f:5,6, ISO400|KEINE Unterwasserblitze|MOLI 1600 R3 – Obwohl keine Unterwasserblitzgeräte zum Einsatz kamen, ist sehr gut erkennbar, dass das Licht der MOLI die kleine Mermaid sehr kontrastreich ausleuchtet und die Bewegungsunschärfen auf Grund der Schwimmbewegung relativ unbedeutend sind. Natürlich ist die „Bewegungen einfrierende“  Wirkung eines Blitzgerätes inkl. entsprechender Brillanz/Kontrast nicht erreichbar, jedoch das Ergebnis überraschend gut.

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Nikon D4|16-35mm Objektiv|1/100s, f:8, ISO400|KEINE Unterwasserblitze|MOLI 1600 R3 – Obwohl auch hier keine Unterwasserblitzgeräte zum Einsatz kamen, ist sehr gut erkennbar, dass das Licht der MOLI das Baby kontrastreich ausleuchtet. Die homogene Lichtverteilung ohne Hotspot ist unter anderem das Ergebnis des Domglases (gekrümmtes Frontglas) das trotz äußerst kompakter Bauweise seinen Zweck ausgezeichnet erfüllt.

 

Mein erstes Fazit:

Bildschirmfoto 2015-02-21 um 15.27.13

Technisches Datenblatt zur MOLI 1600 R3.

Die MOLI 1600 R3 hat mich sehr positiv überrascht! Und das nicht nur als hervorragendes Autofokushilfslicht. Auch als alleiniges Dauerlicht in der Fotografie punktet die Lampe. Sicher eine Überlegung wert für  Einsteiger in die Fotografie…speziell wenn diese mit der gleichen Konfiguration auch noch filmen möchten.
Ihr großer Leuchtwinkel, die sehr homogende Lichtverteilung, der mit max. 1.600 Lumen oft vollkommen ausreichende Lichtstrom (Lichtmenge) und die extrem kompakte Baugröße sind eine aktuell wahrscheinlich einzigartige Kombination.

Die MOLI 1600 R3 ist insbesondere auch für Unterwasserfilmer eine sehr interessante Option. SIe leuchtet mit ihren 165° im Floodmodus (Weißlicht) ja auch das komplette Videobild einer GoPro HERO4 im SuperView-Modus aus. Und wem das nicht genügt, der kann ja eine zweite MOLI 1600 R3 einsetzen… 😉

Mit einem Verkaufspreis von EUR 599,– inkl. MwSt. ist die MOLI 1600 R3 natürlich kein Billig-Schnäppchen, meiner Meinung nach aber jeden einzelnen Euro davon wert. Sehr preiswert also… 🙂

Hier gibt es weitere Details zur MOLI 1600 R3 auf der Hydronalin Website…

Informationen zu den Unterwasserfotos:
2015/02-2015/04 – Nikon D4/Objektive: 15mm Fisheye & 16-35mm/SUBAL-ND4S Unterwassergehäuse/SUBAL DP-FE4 & DP-230 Domeports/z.T. 2x Subtronic pro160 Unterwasserblitze/Reikle Blitzarmsystem/MOLI 1600 R3 Video Tauchlampe
Tauch-/Schnorchelequipment: Mares – Just add water

© Harald Slauschek | H2O-Photography.com

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